Der Beetourist auf Besuch


Letzte Woche Freitag bekamen meine Bienen und ich ganz besonderen Besuch.

Ein Imker aus Südbaden, der gerade ganz Deutschland mit einem Fahrrad bereist, kam auch bei uns vorbei.

Vor einiger Zeit hatte ich von seiner Idee gehört ein Buch über die sehr individuelle ,naturnahe Bienenhaltung und was die Menschen dahinter dazu bewegt, zu schreiben.

Nach einer kurzen Begrüßung und Abendbrot im Schulgarten war gleich klar, dass es eine schöne entspannte Zeit werden würde mit Austausch über alle Facetten der Imkerei, das Wesen des Bien und über die Menschen in deren Umgebung. 

Reiner Schäfer ist Demeter Imker und imkert seit 30 Jahren auch auf verschiedenen Plätzen auf der Welt wie Äthiopien und Mexiko. Er hatte schon Ende der 80er Jahre wesentlich bei der Entwicklung  von Richtlinien zur Bioimkerei mitgewirkt, betreute 10 Jahre lang die Arbeitsgruppe Biene und Ökologie der Universität Kassel, Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen, arbeitete zuletzt u. A. im Referenzlabor der Weltorganisation für Tiergesundheit. ( OIE ) Freiburg und ...puuhh, dass soll erstmal reichen und ich glaube er mag das auch nicht so sehr.

Es versprach auf alle Fälle spannend zu werden und so wurde es auch.

Insbesondere über die Zeidlerei ,deren Ursprung und das wieder aufkommende Interesse zu verschiedenen Aspekten wie Wiederansiedlung in Naturwäldern, fand ein intensiver Austausch statt, der auf beiden Seiten zu fruchtbaren neuen Ideen führte. Wir schauten in verschiedene Völker, zu denen ich die Gelegenheit nutzte, fragen an diesen Erfahrungsschatz zu stellen. Ja, ich stellte hier mehr Fragen, an jemanden der gekommen war, zu fragen als dieser.Schloss Hamborn und die Flächen wurden belaufen, Düfte aufgenommen, von denen bedauert ,dass er sie nicht in einem Buch an die Leser bringen kann und über die Umwelt, insbesondere im Kontext der intensiven konventionellen Landwirtschaft wurde viel ausgetauscht.Ein trauriger Punkt, an dem die Bienen, die dort kaum mehr überleben können, uns zeigen (bei anderen Insekten sehen wir es noch nicht so deutlich) wie maßlos der Mensch die Erde unserer Kinder ausbeutet.Das waren die traurigen Eindrücke seiner bisherigen Reise, von denen er schildert und seine Augen glänzen wieder, wenn er von den Menschen die bei den Bienen sind ,erzählt.

Die Abende wurden spät.

Reiner kommt nicht mit einem Fragenkatalog, der abgearbeitet wird, sondern nimmt in einer sehr ruhigen angenehmen Art das auf, wie soll ich sagen, was auf ihn zu kommt, fragt dann hin und wieder.

Reiner hat mich als Mensch und Imker sehr beeindruckt und ich freue mich darüber, dass er bei mir war. Er ist nun auf dem Weg Richtung Norden zunächst nach Bremen und Dänemark um dort weiter Bienen und Menschen zu besuchen. Meine Gedanken schweifen nun, wo der Alltag mich wieder hat, immer wieder zurück auf die schöne gemeinsame Zeit und ich Frage mich :“ Was macht er gerade , welchen Menschen , welchen Bienen begegnet er und wie gerne ich doch ein Stück mit ihm gereist wäre.

Auf sein Buch aus dieser Reise dürfen wir gespannt sein.

Besucht ihn auf seiner Reise, auf seiner " Seite ", lasst euch besuchen, radelt ein Stück mit ihm.




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